Ein Gaming-Keypad soll die wichtigsten Befehle unter einer Hand versammeln und mehr Platz für die Maus schaffen. Beim Tartarus V2 Pro geht Razer noch weiter: Einstellbare Auslösepunkte und ein vollwertiger Analogstick sollen dir mehr Kontrolle darüber geben, wie du spielst.
In unserem Test gefallen uns vor allem die Haupttasten und die anpassbare Handauflage. Gleichzeitig zeigt das Layout, warum eine hohe Zahl programmierbarer Bedienelemente allein noch keine bequeme Steuerung garantiert.
AUSSTATTUNG: Was das Tartarus V2 Pro mitbringt

Getestet wird das Tartarus V2 Pro aus der Modellfamilie RZ07-0552. Es ist von den älteren Modellen Tartarus V2 und Tartarus Pro zu unterscheiden. Gerade bei Anleitungen und Softwarehinweisen lohnt sich ein Blick auf den vollständigen Namen.
| Merkmal | Ausstattung laut Razer |
|---|---|
| Geräteart | Kabelgebundenes Gaming-Keypad |
| Bedienelemente | 31 programmierbare Steuerelemente |
| Hauptschalter | Razer Analog Optical Switches Gen-2 |
| Einstellbarer Auslösepunkt | 0,1 bis 4,0 mm |
| Rapid Trigger | Einstellbares Zurücksetzen anhand der Tastenbewegung |
| Polling-Rate | Bis zu 8.000 Hz |
| Daumensteuerung | TMR-Analogstick mit austauschbaren Stickkappen |
| Tastenbelegung | Individuelle Zuweisungen, Makros und Hypershift |
| Profilspeicher | Onboard-Speicher |
| Handballenauflage | In Abstand und seitlicher Ausrichtung verstellbar |
| Tastenkappen | Double-Shot-PBT |
| Anschluss und Beleuchtung | USB-C, Razer Chroma RGB |
Die Verbindung erfolgt ausschließlich per Kabel. Für einen festen Platz am Schreibtisch finden wir das gut vertretbar. Wenn du Eingabegeräte häufig umstellst oder ein kabelloses Setup möchtest, schränkt es die Auswahl des Standorts ein.
TASTEN: Der einstellbare Auslösepunkt hat praktischen Nutzen

Die optischen Haupttasten gehören für uns zu den stärksten Eigenschaften des Tartarus V2 Pro. Ihr Anschlag fühlt sich gleichmäßig und leichtgängig an. Die lineare Charakteristik passt gut zu wiederholten Eingaben, bei denen du keinen ausgeprägten taktilen Widerstand überwinden möchtest.
Der eigentliche Anpassungsspielraum steckt im Auslösepunkt. Razer nennt einen Bereich von 0,1 bis 4,0 mm. Damit kannst du festlegen, wie weit du eine Taste drücken musst, bevor sie ihren Befehl sendet.
Rapid Trigger und Auslösepunkt erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Der Auslösepunkt bestimmt, wann ein Tastendruck erstmals erkannt wird. Rapid Trigger verändert dagegen das Zurücksetzen: Die Taste kann bereits beim Anheben wieder freigegeben werden, ohne einen festen Rücksetzpunkt passieren zu müssen.
Bro-Tipp:Stelle zunächst nur deine häufig verwendeten Bewegungstasten empfindlicher ein. Wenn du ungewollte Eingaben bemerkst, erhöhe dort den Auslöseweg wieder. 0,1 mm ist eine Einstellmöglichkeit, kein Pflichtwert.
Die optischen Schalter können außerdem erfassen, wie weit eine Taste gedrückt wird. Bei passender Belegung und Spieleunterstützung lassen sich dadurch analoge Eingaben umsetzen, etwa unterschiedliche Bewegungsgeschwindigkeiten.
ANALOGSTICK: Der wichtigste Unterschied zur normalen Tastatur

Der vollwertige TMR-Analogstick ist für uns das interessanteste Argument für dieses Keypad. Er eröffnet die Möglichkeit, die Spielfigur mit dem Daumen zu bewegen und mit der Maus die Kamera zu steuern.
Bei analoger Zuordnung kann die Auslenkung beispielsweise die Laufgeschwindigkeit bestimmen. Eine als W belegte Taste liefert dagegen zunächst einen digitalen Befehl. Allerdings bietet das Tartarus V2 Pro auch analoge Haupttasten. Du kannst deine Steuerung deshalb grundsätzlich auf unterschiedliche Weise aufbauen.

Die TMR-Sensorik erfasst die Stickposition kontaktlos. Das reduziert Verschleiß an der Positionserfassung, ist aber keine Garantie dafür, dass ein Stick unter allen Bedingungen dauerhaft fehlerfrei bleibt. Die austauschbaren Kappen bieten zusätzlich Spielraum für das bevorzugte Griffgefühl.
Die Spielekompatibilität entscheidet über den Mehrwert
Die wichtigste Grenze liegt bei der gleichzeitigen Verwendung unterschiedlicher Eingabearten. Ein Spiel muss analoge Controller-Eingaben und Maussteuerung gemeinsam akzeptieren, damit diese Kombination wie gewünscht funktioniert. Reine Controller-Unterstützung reicht dafür als Kaufargument noch nicht aus.
Wenn ein Titel die Kombination nicht unterstützt, kannst du auf digitale Tastenbelegungen ausweichen. Dabei geht jedoch der Vorteil einer stufenlosen Bewegungssteuerung verloren.
Für uns ist das die entscheidende Kaufprüfung: Welche Steuerung möchtest du in deinen wichtigsten Spielen verwenden?
Wenn du stattdessen vollständig mit einem Gamepad spielen möchtest, findest du passende Alternativen in unserem PC-Controller-Vergleich für Windows.
Softwarestand: Stick-Zuordnung und Ausrichtung wurden erweitert
Razers Patchnotes vom 14.10.2026 führen neue Einstellungen für die Stick-Zuordnung und -Ausrichtung auf.
- Der Stick lässt sich als linker oder rechter Controller-Stick zuweisen.
- Für die Richtungszuordnung stehen „Default“ und „Rotated“ zur Verfügung.
Die zweite Option verändert die Zuordnung um 90 Grad. Eine frei wählbare Rotation in beliebigen Winkeln wird damit nicht angeboten.
ERGONOMIE: Die Handauflage hilft, das Layout muss trotzdem passen
Die verstellbare Handballenauflage zählt für uns zu den überzeugenden Teilen des Keypads. Du kannst den Abstand zu den Tasten und den seitlichen Winkel anpassen. Das gibt dir mehr Möglichkeiten, eine passende Handhaltung zu finden, als eine fest positionierte Auflage. Die Handballenauflage lässt sich durch die beiden Seiten-Buttons anpassen.
Eine angenehme Position für die Handfläche löst allerdings nicht automatisch jedes Reichweitenproblem. Gerade die obere und untere Tastenreihe sowie die Daumensteuerung verlangen eine bewusste Eingewöhnung.
Bei einem MMO mit vielen Fähigkeiten ist deshalb besonders wichtig, welche Befehle ohne Umgreifen erreichbar bleiben. Selten benötigte Funktionen dürfen weiter außen liegen.
Ein weiterer Vorteil ist die kompakte Bauform. Wenn du die normale Tastatur beim Spielen zur Seite schiebst, bleibt mehr Fläche für die Maus.
VERARBEITUNG: Gute Haupttasten, unterschiedliche Druckgefühle
Das stabile Gehäuse, die rutschfeste Unterseite und die Double-Shot-PBT-Tastenkappen hinterlassen bei uns einen wertigen Eindruck. Auch die Schalldämmung gehört zur aufwendigen Konstruktion.
Weniger einheitlich fühlt sich die Bedienung unterschiedlicher Elemente an. Die optischen Haupttasten arbeiten linear, einzelne seitliche Bedienelemente besitzen ein anderes Druckgefühl. Dieser Wechsel fällt gerade dann auf, wenn du häufig zwischen Haupttasten und Daumenbedienung wechselst.
Für Nutzer älterer Tartarus-Modelle kommt die veränderte Anordnung hinzu. Das frühere Scrollrad und die separate Daumentaste fehlen in ihrer bisherigen Form.
SYNAPSE: Die Einrichtung gehört zum Gerät dazu
Individuelle Tastenbelegungen, Makros, Hypershift, Auslösepunkte und analoge Zuordnungen bieten viel Spielraum. Gleichzeitig verlangt Synapse Einarbeitung. Das Tartarus V2 Pro entfaltet seinen Nutzen vor allem dann, wenn du diese Möglichkeiten gezielt auf deine Spiele abstimmst.
Hypershift ergänzt eine zweite Belegungsebene. So können erreichbare Tasten zusätzliche Aufgaben übernehmen. Das erweitert die Auswahl, verlangt aber auch, dass du dir die Ebenen im Spiel zuverlässig merkst.
Wir würden mit einer einfachen Grundbelegung beginnen und erst danach weitere Ebenen ergänzen. Wenn Bewegung, Springen, Interaktion und die wichtigsten Fähigkeiten sitzen, lässt sich besser beurteilen, welche zusätzlichen Funktionen du tatsächlich brauchst.
8.000 HZ: Die Zahl allein rechtfertigt den Kauf nicht
Razer bewirbt eine Polling-Rate von bis zu 8.000 Hz. Rechnerisch entspricht das einem USB-Abfrageintervall von 0,125 ms. Bei 1.000 Hz sind es 1 ms.
Diese Intervalle beschreiben nicht die gesamte Verzögerung bis zur sichtbaren Reaktion im Spiel. Aus 8.000 Hz folgt deshalb weder eine Gesamtlatenz von 0,125 ms noch automatisch ein spürbarer Vorteil.
Für unsere Bewertung wiegen Tastenanschlag, Erreichbarkeit und sinnvoll konfigurierte Eingaben deutlich schwerer. Die hohe Polling-Rate ergänzt die Ausstattung. Als alleiniger Kaufgrund wäre sie uns bei diesem Preis zu wenig.
KAUFENTSCHEIDUNG: Für wen sich rund 219 € lohnen
Razer führt das Tartarus V2 Pro im deutschen Shop zum Testzeitpunkt ab 219,00 €. Damit kostet es so viel, dass sein spezieller Nutzen für dich klar sein sollte.
| Deine Ausgangslage | Unsere Einschätzung |
|---|---|
| Du möchtest analoge Bewegung mit Maussteuerung verbinden | Besonders interessant, wenn deine Spiele diese Kombination unterstützen |
| Du nutzt viele Fähigkeiten und individuelle Belegungen | Sinnvoll, sofern die wichtigsten Tasten bequem erreichbar sind |
| Du möchtest die Handauflage gezielt anpassen | Die Verstellbarkeit ist ein überzeugendes Argument |
| Du bist mit deiner Gaming-Tastatur und WASD zufrieden | Der zusätzliche Nutzen dürfte den Preis seltener rechtfertigen |
| Du verwendest bereits ein älteres Tartarus | Belegung und Daumenbedienung vor einem Umstieg genau vergleichen |
Kauf-Check:Das Tartarus V2 Pro lohnt sich aus unserer Sicht vor allem, wenn du eine konkrete Steuerungsidee damit umsetzen möchtest. Kläre vor dem Kauf die Unterstützung deiner wichtigsten Spiele und plane die häufigsten Befehle.
Für Chat, Texte und alltägliche PC-Arbeit bleibt eine normale Tastatur die praktischere Ergänzung. Wenn du vor allem mehr Mausfläche suchst, kann bereits ein kleineres Tastaturformat ausreichen. Die Unterschiede erklären wir in unserem Vergleich mechanischer Tastaturen und ihrer Formate.
Pro und Contra
Dafür
- Gleichmäßiger, leichtgängiger Anschlag der optischen Haupttasten
- Individuell einstellbare Auslösepunkte und Rapid Trigger
- TMR-Analogstick für analoge Steuerungsmöglichkeiten
- Vielseitig verstellbare Handballenauflage
- Umfangreiche Belegungen, Makros und Hypershift
- Wertige Verarbeitung mit PBT-Tastenkappen und rutschfester Unterseite
Dagegen
- Hoher Preis für ein zusätzliches Eingabegerät
- Gewöhnungsbedürftiges Layout mit unterschiedlich gut erreichbaren Tasten
- Unterschiedliches Druckgefühl von Haupttasten und seitlichen Bedienelementen
- Spürbarer Einarbeitungsaufwand bei komplexen Konfigurationen
Fazit
Das Razer Tartarus V2 Pro überzeugt uns als anpassbares Gaming-Keypad. Seine leichtgängigen optischen Haupttasten und die verstellbare Handballenauflage sind die stärksten Qualitäten im täglichen Umgang. Der TMR-Analogstick eröffnet zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten, deren Nutzen allerdings von deinen Spielen abhängt.
Der hohe Preis verlangt eine bewusste Entscheidung. Das Layout passt nicht automatisch zu jeder Hand, die seitlichen Bedienelemente fühlen sich anders an als die Haupttasten, und eine gute Konfiguration braucht Einarbeitung. Wer bereits mit WASD und einer hochwertigen Tastatur zufrieden ist, bekommt deshalb keinen zwingenden Wechselgrund.
Unsere Bewertung: 4 von 5 Sternen. Die gute Haptik, die anpassbare Ergonomie und die vielseitigen Eingabemöglichkeiten rechtfertigen eine klare Empfehlung für Spieler, die ihre Steuerung gezielt individualisieren möchten. Den fünften Stern verhindern der hohe Preis, die Grenzen bei der Erreichbarkeit und die vom Spiel abhängige Nutzbarkeit des wichtigsten Zusatzmerkmals.
So haben wir das getestet
Die Grundlage dieses Tests bilden unsere Praxiseindrücke zu Tastenanschlag, Verarbeitung, Handauflage, Erreichbarkeit und Konfigurationsaufwand. Wir beurteilen das Keypad als Alternative zur linken Hand auf einer Gaming-Tastatur.
Technische Einstellbereiche und Ausstattungsangaben gleichen wir mit Razers Dokumentation ab. Aussagen über analoge Steuerung gelten jeweils unter der Voraussetzung, dass das Spiel die verwendete Eingabekombination unterstützt.



