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MAONO PD100 Gen2 im Test: Satter Sprachklang mit USB und XLR

Kurz gesagt: Das MAONO PD100 Gen2 ist ein gelungenes dynamisches Mikrofon für Podcasts, Voice-over, Streaming und Sprachaufnahmen. Es klingt bei uns voll und eher bassbetont, bietet starkes Monitoring und lässt sich über Maono Link ungewöhnlich umfangreich anpassen.

Das MAONO PD100 Gen2 will den einfachen Einstieg eines USB-Mikrofons mit der späteren Flexibilität eines XLR-Modells verbinden. In unserem Test hat genau diese Kombination gut funktioniert. Besonders gefallen haben uns der satte Sprachklang, das überzeugende Kopfhörer-Monitoring und die umfangreichen Möglichkeiten in Maono Link.

Perfekt ist das Mikrofon trotzdem nicht. Die mechanische Mute-Taste ist während einer Aufnahme hörbar und eine Mikrofonspinne fehlt im Lieferumfang. Dazu kommt eine Herstellerangabe zu 24 Bit/192 kHz, die deutlich erklärungsbedürftiger ist, als es auf dem Datenblatt zunächst wirkt.

AUSSTATTUNG UND VERARBEITUNG: Für den Einstieg ist fast alles dabei

Das kompakte Metallgehäuse des PD100 Gen2 hinterließ in unserem Test einen wertigen Eindruck. Es fühlt sich nicht nach einem typischen günstigen Tischmikrofon an und macht auch optisch einen angenehm schlichten Eindruck.

Unser Set kam mit Tischständer, Verlängerungsstange sowie USB- und XLR-Kabel. Damit kannst du grundsätzlich direkt loslegen. Ein zusätzlicher Mikrofonarm ist zum Start nicht zwingend erforderlich.

Der Tischständer hat allerdings eine natürliche Grenze: Ein dynamisches Mikrofon wie das PD100 Gen2 möchte relativ nah besprochen werden. Wenn deine Schreibtischhöhe und Sitzposition nicht dazu passen, wird ein Mikrofonarm schnell komfortabler.

MerkmalMAONO PD100 Gen2
MikrofontypDynamisch
RichtcharakteristikNiere
Frequenzgang50 Hz bis 14 kHz laut aktueller Herstellerangabe
AnschlüsseUSB-C und XLR
Kopfhöreranschluss3,5 mm
Maximaler Schalldruckpegel127 dB SPL laut Hersteller
Gain-Bereich im USB-Betrieb0 bis 34 dB laut Hersteller
USB-Audiobis 24 Bit/48 kHz laut Maono User Guide
SoftwareMaono Link
Phantomspeisung notwendigNein

Die aktuell von Maono angegebenen 50 Hz bis 14 kHz sind dabei erwähnenswert. In anderem Material zum PD100 Gen2 taucht teilweise eine untere Grenze von 40 Hz auf. Da wir den Frequenzgang nicht selbst vermessen haben, übernehmen wir für die technischen Daten die aktuelle Herstellerdokumentation.

KLANG: Satt und ruhig statt besonders hell

Der Klang gehört für uns zu den stärksten Argumenten für das PD100 Gen2. Stimmen wirken satt, ruhig und vergleichsweise voll. Gerade bei Voice-over, Podcasts oder Streams kann diese Abstimmung sehr angenehm sein.

Das Mikrofon drückt die Stimme nicht künstlich nach vorne und klingt für unsere Ohren eher auf der wärmeren Seite.

Im direkten Vergleich mit dem FIFINE K688 wurde auch deutlich, dass es hier keinen universellen Sieger gibt. Das K688 wirkt heller und knackiger. Das PD100 Gen2 klingt dagegen bassreicher und etwas entspannter.

Welche Abstimmung besser ist, hängt stark von deiner Stimme und deinem Geschmack ab.

Real Talk:Mehr Bass bedeutet nicht automatisch besseren Klang. Bei einer ohnehin sehr tiefen Stimme kann eine warme Abstimmung schnell zu viel des Guten werden. Eine hellere Stimme kann vom PD100 Gen2 dagegen durchaus profitieren.

MONITORING: Eine der stärksten Eigenschaften im Test

Sehr gut gefallen hat uns das Kopfhörer-Monitoring.

Über den 3,5-mm-Anschluss kannst du deine eigene Stimme direkt abhören. Die Wiedergabe war in unserem Test überzeugend und macht es deutlich leichter, Abstand, Lautstärke und Sprechweise während einer Aufnahme zu kontrollieren.

Über Maono Link lässt sich zusätzlich die Kopfhörerlautstärke regeln. Die Software kann dabei Computer-Audio und Mikrofonsignal gemeinsam auf den Kopfhörerausgang legen.

Gerade für Streaming, Podcasts oder längere Sprachaufnahmen ist das praktisch. Du musst nicht erst eine Aufnahme erstellen, um zu merken, dass du seit fünf Minuten deutlich zu leise sprichst.

Eine der größten Stärken des PD100 Gen2 steckt in der Software.

Maono Link bietet verschiedene Szenen beziehungsweise Presets für unterschiedliche Anwendungen. Darüber hinaus kannst du den Klang selbst anpassen.

Zur Verfügung stehen unter anderem ein 5-Band-EQ sowie Hochpass- und Tiefpassfilter. Dazu kommen Kompressor und Limiter mit erweiterten Einstellungen für Parameter wie Threshold, Ratio, Attack, Release und Make-up-Gain.

Damit geht die Software deutlich über das hinaus, was viele einfache USB-Mikrofone anbieten.

Wir konnten den Klang dadurch gezielt an die eigene Stimme anpassen. Wer einfach aufnehmen möchte, kann mit den Presets beginnen. Wer gerne etwas tiefer einsteigt, bekommt deutlich mehr Möglichkeiten.

Rauschunterdrückung lässt sich fein dosieren

Auch die Rauschunterdrückung kannst du in Maono Link einstellen. Die Intensität lässt sich auf einer Skala von 0 bis 100 verändern.

Das ist sinnvoller als ein einfacher Ein-Aus-Schalter, weil aggressive Rauschunterdrückung schnell Teile der Stimme beeinflussen kann.

Wie stark sich unterschiedliche Einstellungen konkret auf Tastaturgeräusche auswirken und ab welchem Punkt die Stimme hörbar unnatürlich wird, haben wir allerdings nicht systematisch vermessen. Hier würden wir deshalb keine pauschale Idealstellung empfehlen.

USB UND XLR: Heute einfach anschließen, später aufrüsten

Die Kombination aus USB und XLR ist einer der wichtigsten Vorteile des PD100 Gen2.

Über USB kannst du das Mikrofon ohne zusätzliches Audiointerface verwenden. Für einen einfachen Streaming-, Discord- oder Podcast-PC reicht das zunächst vollkommen aus.

In unserem Test haben wir das Mikrofon auch über XLR an einem MAONO G1 Neo betrieben. Damit kannst du das PD100 Gen2 später in ein Setup mit Audiointerface oder Mischpult übernehmen, ohne direkt ein neues Mikrofon kaufen zu müssen.

Im XLR-Modus übernimmt das externe Interface die Verstärkung. Die digitalen Bedienelemente des Mikrofons stehen dann nicht in derselben Form zur Verfügung wie bei USB.

Was hat es mit den beworbenen 192 kHz auf sich?

In der aktuellen FAQ nennt der Hersteller für das PD100 Gen2 24 Bit/192 kHz. Im ausführlicheren User Guide wird dagegen zwischen den Anschlussarten unterschieden. Dort werden für USB 24 Bit/48 kHz genannt, während beim analogen XLR-Ausgang von bis zu 24 Bit/192 kHz gesprochen wird.

Technisch ist Letzteres missverständlich. Über XLR verlässt ein analoges Signal das Mikrofon. Die Umwandlung in digitale Audiodaten und damit auch Abtastrate und Bittiefe bestimmt das angeschlossene Audiointerface.

Ein XLR-Mikrofon selbst liefert deshalb nicht plötzlich eine digitale 192-kHz-Aufnahme.

Für die Kaufentscheidung würden wir die beworbenen 192 kHz entsprechend nicht überbewerten. Einen hörbaren Vorteil dieser Zahl konnten wir in unserem Test ebenfalls nicht feststellen.

MUTE-TASTE: Praktisch, aber während der Aufnahme hörbar

Die Mute-Funktion selbst ist praktisch, ihre Umsetzung gefällt uns aber weniger.

MAONO setzt auf einen mechanischen Knopf. Beim Drücken entsteht ein hörbares Klickgeräusch.

Wenn du das Mikrofon beispielsweise im Discord-Chat stummschaltest, ist das kaum dramatisch. Während einer laufenden Sprachaufnahme oder eines Streams kann der mechanische Klick dagegen stören.

Eine kapazitive Touch-Taste oder eine besser entkoppelte Bedienung wäre hier die elegantere Lösung gewesen.

SCHWINGUNGEN: Eine Mikrofonspinne fehlt

Beim Zubehör hat das PD100 Gen2 einen weiteren kleinen Nachteil gegenüber dem FIFINE K688: Eine Mikrofonspinne zur Entkopplung ist bei unserem Set nicht dabei.

Wir haben die Übertragung solcher Vibrationen nicht systematisch gemessen. Deshalb können wir nicht seriös sagen, wie groß der Unterschied zum K688 in diesem Punkt tatsächlich ausfällt.

Wenn dein Schreibtisch häufig Erschütterungen abbekommt, würden wir jedoch einen Mikrofonarm oder eine passende Entkopplung einplanen.

ABSTAND: Das PD100 Gen2 möchte nah an den Mund

In unserem Einsatz funktionierte das PD100 Gen2 mit einem relativ geringen Sprechabstand von ungefähr 5–10 cm gut.

Das solltest du bei der Aufstellung berücksichtigen. Stellst du ein dynamisches Mikrofon weit hinten auf den Schreibtisch, musst du den Gain entsprechend erhöhen. Damit kann auch mehr Umgebung mit in der Aufnahme landen.

Der richtige Abstand hängt deshalb von Stimme, Gain und Sprechlautstärke ab.

Bro-Tipp:Stell das Mikrofon nicht dort auf, wo es am schönsten aussieht. Stell es dort auf, wo deine Stimme am besten klingt. Bei einem Mikrofon darf Funktion ausnahmsweise einmal vor Schreibtisch-Instagram kommen.

So haben wir das getestet

Wir haben das MAONO PD100 Gen2 sowohl über USB als auch über XLR ausprobiert.

USB-Aufnahmen wurden direkt über eine Kamera durchgeführt. Für XLR kam ein MAONO G1 Neo am Laptop zum Einsatz. Beim Vergleich mit dem FIFINE K688 wurden beide Mikrofone für den XLR-Betrieb über dasselbe Audiointerface angeschlossen.

Zusätzlich haben wir Klangcharakter, Kopfhörer-Monitoring, Verarbeitung, Mute-Taste, Lieferumfang und die Funktionen von Maono Link beurteilt.

Pro und Contra

Dafür

  • Satter und angenehm voller Sprachklang
  • Sehr gutes Kopfhörer-Monitoring
  • Wertiges und kompaktes Metallgehäuse
  • Umfangreiche Klangbearbeitung über Maono Link
  • 5-Band-EQ, Filter, Kompressor und Limiter
  • Regelbare Rauschunterdrückung
  • Tischständer sowie USB- und XLR-Kabel im Set
  • Kann zunächst ohne zusätzliches Audiointerface genutzt werden

Dagegen

  • Mechanische Mute-Taste ist beim Drücken hörbar
  • Bassreiche Abstimmung passt nicht zu jeder Stimme
  • Herstellerkommunikation rund um 24 Bit/192 kHz ist missverständlich
  • Für eine gute Positionierung kann trotz Tischständer ein Mikrofonarm sinnvoll sein

Fazit

Das MAONO PD100 Gen2 hat uns vor allem dort überzeugt, wo ein modernes USB-Mikrofon im Alltag überzeugen sollte: Der Sprachklang ist satt und angenehm, das Kopfhörer-Monitoring funktioniert sehr gut und über Maono Link lässt sich überraschend viel einstellen.

Gleichzeitig bleibt das Mikrofon flexibel. Du kannst zunächst unkompliziert über USB aufnehmen und später über XLR auf ein Audiointerface wechseln.

Die größte Schwäche ist für uns die hörbare mechanische Mute-Taste. Auch eine Mikrofonspinne hätten wir im Lieferumfang gerne gesehen. Beim Klang gibt es dagegen kein allgemeines Richtig oder Falsch. Wer eine warme und volle Wiedergabe mag, dürfte mit dem PD100 Gen2 eher glücklich werden als jemand, der eine sehr helle und knackige Sprachaufnahme sucht.

Die 192-kHz-Werbung sollte für die Kaufentscheidung keine große Rolle spielen. Wichtiger sind der Klang, das gute Monitoring, die Software und die Anschlussvielfalt. Genau dort liefert das PD100 Gen2 in unserem Test.

Unsere Bewertung: 4,3 von 5 Sternen.

Für eine noch höhere Wertung hätten wir uns eine geräuschlose Mute-Lösung und eine bessere Entkopplung im Lieferumfang gewünscht. Klang, Verarbeitung, Monitoring und Software machen das PD100 Gen2 trotzdem zu einem überzeugenden Gesamtpaket.

Häufige Fragen

Kann das MAONO PD100 Gen2 ohne Audiointerface genutzt werden?

Ja. Über USB kannst du das Mikrofon direkt mit einem kompatiblen Computer oder Mobilgerät verbinden. Ein Audiointerface benötigst du erst, wenn du den XLR-Ausgang verwenden möchtest.

Braucht das PD100 Gen2 48-V-Phantomspeisung?

Nein. Es handelt sich um ein dynamisches Mikrofon. Das Maono PD100 Gen2 benötigt keine 48-V-Phantomspeisung.

Kann ich mich beim Sprechen selbst hören?

Ja. Das Mikrofon besitzt einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss für Echtzeit-Monitoring. Genau diese Funktion hat uns im Test gut gefallen.

Unterstützt das PD100 Gen2 192 kHz?

Maono bewirbt beziehungsweise dokumentiert 24 Bit/192 kHz, die eigene Dokumentation ist dabei jedoch missverständlich. Im User Guide werden für USB bis zu 24 Bit/48 kHz angegeben. Bei XLR bestimmt das angeschlossene Audiointerface die digitale Abtastrate, da das Mikrofon dort ein analoges Signal ausgibt.

Wie nah sollte das PD100 Gen2 am Mund stehen?

Bei uns funktionierten ungefähr 5–10 cm gut. Maono selbst empfiehlt als allgemeinen Ausgangspunkt 10–20 cm. Stimme, Gain und gewünschter Klang beeinflussen den optimalen Abstand.

Was tun, wenn das PD100 Gen2 unter Windows nicht erkannt wird?

Prüfe zuerst USB-Verbindung, Eingabegerät und Mikrofonberechtigungen. Falls du generell Probleme mit Mikrofonen unter Windows oder einzelnen Programmen hast, findest du dazu unseren Ratgeber Mikrofon funktioniert nicht: Lösungen für Windows und Apps.

Avatar von Ilja
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