Ein guter WLAN-Stick muss beim Gaming nicht unbedingt die höchsten Übertragungsraten erreichen. Viel wichtiger ist, dass die Verbindung stabil bleibt und nicht ständig durch hohe Ping-Spitzen auffällt. Genau darauf haben wir beim TP-Link Archer TBE400UH geachtet.
Der USB-Adapter unterstützt Wi-Fi 7, funkt auf drei Frequenzbändern und bringt zwei externe Antennen mit. Für unseren Praxistest haben wir ihn mit einer FRITZ!Box 7530 AX verbunden und sowohl im normalen PC-Alltag als auch während ARC Raiders mit PingPlotter überwacht. Zusätzlich haben wir mehrere Stunden WoW Forever gespielt.
Das Ergebnis fiel erfreulich ruhig aus. Selbst während ARC Raiders blieb die lokale Latenz größtenteils zwischen 2 und 3 ms. Ganz ohne Einschränkungen kommt der Adapter trotzdem nicht davon.
PING: Im Normalbetrieb fast durchgehend um 2 ms

Bereits bei der ersten PingPlotter-Messung zeigte der Archer TBE400UH eine angenehm gleichmäßige Verbindung.
Während wir den PC normal nutzten, blieb die lokale Latenz überwiegend bei rund 2 ms. Kleinere Schwankungen waren sichtbar, auffällige längere Ausreißer dagegen nicht.
| Messwert | Unser Ergebnis |
|---|---|
| Durchschnittlicher Ping | 2,1 ms |
| Niedrigster Ping | 1,2 ms |
| Höchste sichtbare Spitze | ca. 5 ms |
| Paketverluste | Keine erkennbar |
| Messungen | 208 |
| Messdauer | ca. 3:28 Minuten |
Besonders positiv fanden wir, wie wenig sich die Werte voneinander unterschieden. Die höchste sichtbare Ping-Spitze lag bei ungefähr 5 ms. Das ist in unserem lokalen Test eine geringe Schwankung.
Auch Paketverluste konnten wir in dieser Messreihe nicht erkennen.
Eine Verbindung, die bereits beim normalen Surfen ständig zwischen niedrigen und hohen Ping-Werten springt, wäre für zeitkritische Anwendungen wenig vertrauenerweckend. Dieses Verhalten zeigte der TP-Link-Stick bei uns nicht.
GAMING: ARC Raiders und WoW Forever ohne spürbare Probleme

Noch interessanter war für uns die Frage, wie sich der Archer TBE400UH beim Spielen verhält.
Dafür haben wir ARC Raiders gestartet und PingPlotter parallel weiterlaufen lassen. Gerade bei einem Online-Shooter fallen Verbindungsprobleme schnell unangenehm auf, beispielsweise durch verzögerte Reaktionen oder kurze Unterbrechungen.
In unserem Gaming-Praxistest konnten wir solche Probleme nicht feststellen.
ARC Raiders lief ohne wahrnehmbare Lags oder Verbindungsabbrüche. Die lokale Latenz blieb während der Messung größtenteils zwischen 2 und 3 ms.
Unsere PingPlotter-Ergebnisse während ARC Raiders
| Messwert | Unser Ergebnis |
|---|---|
| Durchschnittlicher Ping | 2,4 ms |
| Niedrigster Ping | 1,1 ms |
| Höchste sichtbare Spitze | ca. 22 ms |
| Paketverluste | Keine erkennbar |
| Messungen | 688 |
| Messdauer | ca. 11:28 Minuten |
Natürlich verlief auch diese Messung nicht vollständig ohne Schwankungen. Vereinzelt waren kleinere Ausschläge sichtbar. Der größte erreichte ungefähr 22 ms.
Entscheidend ist für uns allerdings, was davon tatsächlich beim Spielen ankommt.
Und hier gab es nichts Auffälliges: Die Ping-Spitzen hatten in ARC Raiders keine erkennbaren Auswirkungen. Wir bemerkten weder einen Lag noch einen Verbindungsabbruch.
Mit durchschnittlich 2,4 ms lag die lokale Latenz nur geringfügig über den 2,1 ms aus unserem Normalbetrieb.
Im Vergleich zu den beiden anderen WLAN-Sticks unserer Testreihe lieferte der TBE400UH damit die ruhigste Gaming-Messung.
Mehrere Stunden WoW Forever: Ebenfalls keine Lags
Neben ARC Raiders haben wir den TP-Link Archer TBE400UH auch mehrere Stunden beim Spielen von WoW Forever genutzt.
Auch hier hinterließ die WLAN-Verbindung einen positiven Eindruck. Während unserer gesamten Spielzeit bemerkten wir weder Lags noch auffällige Latenzprobleme. Die Verbindung blieb aus unserer Sicht unauffällig.
SPEEDTEST: 243,36 Mbit/s Download, aber erhöhte Latenz unter Last

Neben der lokalen Stabilität haben wir die Internetgeschwindigkeit mit Ookla Speedtest überprüft.
Auch hier konnte sich der Archer TBE400UH gut präsentieren. Mit 243,36 Mbit/s im Download erzielte er den höchsten gemessenen Downloadwert unter unseren drei WLAN-Sticks.
Unsere Speedtest-Ergebnisse
| Messwert | Ergebnis |
|---|---|
| Download | 243,36 Mbit/s |
| Upload | 27,40 Mbit/s |
| Ping ohne Last | 22 ms |
| Latenz während Downloadlast | 194 ms |
| Latenz während Uploadlast | 34 ms |
Die Downloadgeschwindigkeit ist für unseren Anschluss ein überzeugendes Ergebnis. Auch die gemessenen 27,40 Mbit/s im Upload sind dokumentiert.
Allerdings fällt ein anderer Wert deutlich stärker auf: Unter Downloadlast stieg die gemessene Latenz auf 194 ms. Das ist ein erheblicher Unterschied zu den 22 ms ohne Netzwerklast.
Sind die 194 ms ein Problem des WLAN-Sticks?
Nicht zwangsläufig. Beim Ookla Speedtest wird nicht nur die Funkverbindung zum Router beansprucht. Der Test läuft über den Internetanschluss und ist damit auch von der Auslastung des Routers, der Internetverbindung und weiteren Netzwerkeinflüssen abhängig.
Eine hohe Latenz während eines stark ausgelasteten Downloads kann beispielsweise durch Warteschlangen bei der Datenübertragung entstehen.
Wir würden die 194 ms deshalb nicht einfach als Schwäche des TP-Link-Adapters verbuchen. Während unserer Gaming-Praxistests in ARC Raiders und WoW Forever traten jedenfalls keine wahrnehmbaren Lags auf.
AUSSTATTUNG: Wi-Fi 7 und zwei externe Antennen
Der Archer TBE400UH gehört zur BE6500-Klasse und unterstützt den WLAN-Standard Wi-Fi 7.
Technische Daten im Überblick
| Eigenschaft | TP-Link Archer TBE400UH |
|---|---|
| WLAN-Standard | Wi-Fi 7 (802.11be) |
| Geschwindigkeitsklasse | BE6500 |
| Frequenzbänder | 2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz |
| Antennen | 2 externe High-Gain-Antennen |
| Anschluss | USB 3.0 |
| Verschlüsselung | WPA3 |
| Multi-Link Operation | Unterstützt, mit Voraussetzungen |
| Verlängerungskabel | 1,2 m |
| Standfuß | Im Lieferumfang |
| Betriebssysteme | Windows 10 und 11 |
Die BE6500-Bezeichnung beschreibt eine Geschwindigkeitsklasse anhand theoretischer WLAN-Datenraten.
Standfuß: Praktisch für den Gaming-PC
Eine sinnvolle Eigenschaft ist der mitgelieferte Standfuß mit 1,2 m langem USB-Verlängerungskabel. Du kannst den Adapter flexibler auf dem Schreibtisch positionieren und seine beiden Antennen ausrichten.
Wi-Fi 7 und MLO: Was bringt das beim Gaming?
Der TBE400UH unterstützt neben dem 6-GHz-Frequenzband auch Multi-Link Operation, kurz MLO.
MLO ist eine Funktion von Wi-Fi 7, mit der kompatible Geräte mehrere Funkverbindungen nutzen beziehungsweise dynamisch zwischen ihnen wechseln können. Dadurch sollen unter geeigneten Bedingungen unter anderem Latenz und Stabilität profitieren.
TP-Link nennt für MLO beim TBE400UH Windows 11 ab Version 24H2 als Voraussetzung. Der entsprechende Support hängt zudem von der Hardwareversion und dem verwendeten Treiber ab.
In unserem Test mit der FRITZ!Box 7530 AX konnten wir MLO und die Wi-Fi-7-Verbindung nicht prüfen.
KAUFENTSCHEIDUNG: Lohnt sich der Aufpreis gegenüber Wi-Fi 6?
Der Archer TBE400UH ist technisch gut aufgestellt, kostet aber mehr als einfache Wi-Fi-6-Alternativen. Ob dieser Aufpreis sinnvoll ist, hängt vor allem von deinem bestehenden Netzwerk ab.
Wenn du bereits einen Wi-Fi-6-Router besitzt, bekommst du mit dem TBE400UH einen Adapter, der bei uns auch ohne Wi-Fi-7-Verbindung überzeugend funktionierte. Die zusätzlichen Funktionen wie das 6-GHz-Band oder MLO kannst du in einem solchen Netzwerk aber nicht vollständig nutzen.
Für jemanden, der einfach nur eine stabile WLAN-Verbindung zum Spielen sucht, reicht deshalb ein eher günstigeres Modell aus.
Genau deshalb haben wir weitere Adapter in unseren Gaming-Praxistest aufgenommen.
Mit dem TP-Link Archer TX20UH (AX1800) im Test betrachten wir eine Wi-Fi-6-Alternative mit externen Antennen.
Eine weitere interessante Option ist der FRITZ!WLAN Stick 6700 im Test, der ebenfalls Wi-Fi 7 unterstützt.
Die Ergebnisse und unsere Empfehlungen für unterschiedliche Anforderungen stellen wir außerdem in unserem Vergleich der besten WLAN-Sticks zum Zocken gegenüber.
Real Talk:Nur wegen der Wi-Fi-7-Bezeichnung würden wir den Archer TBE400UH nicht kaufen. Interessant ist er für uns vor allem wegen seiner stabilen Ergebnisse in unserem Test und der Möglichkeit, später einen passenden Wi-Fi-7-Router zu nutzen.
Pro und Contra
Dafür
- Sehr niedriger durchschnittlicher Ping von 2,1 ms im Normalbetrieb.
- Konstante lokale Latenz von durchschnittlich 2,4 ms während ARC Raiders.
- Keine erkennbaren Paketverluste.
- Keine spürbaren Lags oder Verbindungsabbrüche in ARC Raiders / WoW Forever
- Nur vereinzelte kleinere Ping-Spitzen ohne wahrnehmbare Auswirkungen im Spiel.
- Höchster Downloadwert in unserem bisherigen Dreiervergleich.
- Flexibel positionierbarer Standfuß mit 1,2 m USB-Kabel.
- Wi-Fi 7, 6-GHz-Unterstützung und MLO für kompatible Netzwerke.
Dagegen
- Teurer als einfache Wi-Fi-6-Adapter.
- Deutlich erhöhte Latenz von 194 ms im Speedtest unter Downloadlast, Ursache nicht eindeutig zuzuordnen.
- Wi-Fi-7-Funktionen konnten wir mit unserem Router nicht vollständig prüfen.
- Keine gesonderten Messungen zur Reichweite und zur Geschwindigkeit bei größerer Entfernung.
Fazit

Unsere Wertung: 4,5 von 5 Sternen
Der TP-Link Archer TBE400UH hat in unserem Gaming-Praxistest einen sehr guten Eindruck hinterlassen.
Besonders überzeugt hat uns die gleichmäßige lokale Latenz. Sowohl im Normalbetrieb als auch während ARC Raiders blieb die Verbindung überwiegend bei wenigen Millisekunden. Erkennbare Paketverluste oder spürbare Gaming-Probleme gab es nicht.
Auch der mehrstündige Praxiseinsatz in WoW Forever verlief ohne wahrnehmbare Lags oder Latenzprobleme. Damit überzeugte uns der Adapter nicht nur in der kurzen PingPlotter-Messreihe, sondern auch bei längerer Nutzung im Spiel.
Der Download von 243,36 Mbit/s ist ebenfalls ein gutes Ergebnis. Damit erreichte der TBE400UH den höchsten Downloadwert unseres bisherigen WLAN-Stick-Vergleichs.
Für wen lohnt sich der TP-Link Archer TBE400UH?
Wir empfehlen ihn vor allem Gamern, die eine zuverlässige WLAN-Verbindung suchen, ihren Adapter flexibel auf dem Schreibtisch positionieren möchten und möglicherweise später auf einen Wi-Fi-7-Router aufrüsten.
Wer dagegen nur einen günstigen WLAN-Stick für einen bestehenden Wi-Fi-6-Router benötigt, sollte auch die preiswerteren Alternativen betrachten.
Mit 4,5 von 5 Sternen ist der Archer TBE400UH unser bisheriger Favorit unter den drei getesteten WLAN-Sticks. Besonders die stabilen Ergebnisse in ARC Raiders und unsere mehrstündige, problemlose Nutzung in WoW Forever sprechen für ihn.
Unsere Testumgebung
| Bestandteil | Testaufbau |
|---|---|
| WLAN-Router | AVM FRITZ!Box 7530 AX |
| WLAN-Standard des Routers | Wi-Fi 6 (802.11ax) |
| WLAN-Frequenzen | 2,4 und 5 GHz |
| Maximale WLAN-Datenraten | 1.800 Mbit/s (5 GHz), 600 Mbit/s (2,4 GHz) |
| Internetanschluss | Vodafone DSL |
| Abstand zum Router | ca. 3 Meter |
| Latenzmessung | PingPlotter |
| Lokales Messziel | FRITZ!Box |
| Messintervall | 1 Sekunde |
| Gaming-Praxistest | ARC Raiders und WoW Forever |
| Geschwindigkeitstest | Ookla Speedtest |
Mit PingPlotter haben wir die Latenz zwischen unserem PC und der FRITZ!Box beobachtet. So konnten wir erkennen, ob bereits die lokale WLAN-Verbindung auffällige Verzögerungen oder Paketverluste verursacht.
In ARC Raiders haben wir PingPlotter parallel laufen lassen, um die Messergebnisse mit unseren tatsächlichen Gaming-Erfahrungen abzugleichen. Ergänzend spielten wir mehrere Stunden WoW Forever und achteten dabei auf mögliche Lags und Latenzprobleme.
Wichtig für die Einordnung:Die PingPlotter-Werte beziehen sich auf den Router im Heimnetz. Sie sind nicht mit dem Ping zu den Spielservern gleichzusetzen.



