Ein Gaming-Headset für 200 Euro klingt im Discord oft schlechter als ein separates Mikrofon für 30 Euro, und auf vielen Köpfen verliert der Klang schlagartig sein Fundament, sobald eine Brille getragen wird. Viele Hersteller stecken ihr Budget in aggressive Gehäusedesigns, RGB-Beleuchtung und Lizenzen für Raumklang-Labels, während die elementare Audiotechnik auf der Strecke bleibt. Wer durch die Produktbeschreibungen scrollt, liest fast immer dieselben Versprechen von glasklarer Sprachübertragung, immersivem Kinosound und federleichtem Sitz.
In der Realität offenbart sich beim Spielen schnell, dass diese drei Eigenschaften völlig unabhängig voneinander funktionieren und sich bei schlechter Konstruktion sogar gegenseitig behindern.
Klang, Mikrofon und Sitz: Warum teure Gaming-Headsets oft enttäuschen

Jedes Headset muss drei völlig unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Es dient als Stereo-Kopfhörer für die präzise Ortung von Schritten oder die epische Untermalung von Rollenspielen, als Sprechfunkgerät für die Sprachübertragung im Team und als Kleidungsstück, das mehrere Stunden lang ohne Schmerzen am Schädel anliegen muss.
Schwächelt eine dieser drei Säulen, bricht der Nutzen im Alltag zusammen. Ein Kopfhörer mit fantastischer Detailauflösung nützt dir wenig, wenn deine Mitspieler dich wegen eines permanenten Rauschens muten oder der Kopfbügel nach 45 Minuten Kopfschmerzen verursacht.
Die größte Hürde für Hersteller liegt in der Signalverarbeitung und der Kapselgröße am Mikrofonarm. Während vollwertige Studiomikrofone große Membranen und freie Signalwege nutzen, sitzen an Gaming-Headsets winzige Elektret- oder MEMS-Kapseln, deren Signal durch dünne Kabel oder stark komprimierende Funkstrecken geschleust wird.
Wenn dann noch eine aggressive Rauschunterdrückung hinzukommt, klingt die eigene Stimme schnell nasal, dumpf und abgehackt. Beim Klang wiederum greifen viele Marken zur einfachen Lösung und heben die tiefen Frequenzen extrem an, um Explosionen wuchtig wirken zu lassen. Das Ergebnis ist ein matschiges Klangbild, bei dem leisere Details wie Schritte oder Nachladegeräusche komplett absaufen.
Virtueller Surround-Sound gegen Stereo: Was bringt die Ortung in Shootern wirklich?
Virtuelle 7.1-Surround-Technologien wie DTS Headphone:X, Windows Sonic oder proprietäre Raumklang-Engines gehören zu den beliebtesten Verkaufsargumenten der Marketingabteilungen.
TippFür Ranked und Schritte-Ortung ist Stereo die verlässlichste Ausgangsbasis. Virtueller Surround-Sound ist eine Spielerei zum Ausprobieren, aber kein Pflicht-Feature für besseres Gameplay.
Der Mythos 7.1 Surround im Shooter
Moderne Spiele-Engines berechnen Soundquellen heute ohnehin dreidimensional und geben ein bereits binaural optimiertes Stereo-Signal an dein Audio-Interface aus. Schaltest du nun im Headset-Treiber eine zusätzliche Surround-Simulation ein, wird dieses bereits berechnete Signal ein zweites Mal durch psychoakustische Filter, künstlichen Hall und Phasenverschiebungen gejagt. Beim testen des HyperX Cloud III Wireless stellen wir genau diesen Effekt fest: DTS:X erzeugt zwar eine künstliche Weite, erschwert die exakte Ortung von Gegnern in vielen Spielen jedoch spürbar, weil Richtungsvektoren verwaschen werden.
Die Modelle im direkten Vergleich

Um im dichten Dschungel der Gaming-Headsets den Überblick zu behalten, hilft der Blick auf die nackten Fakten. Das Feld reicht von einfachen 50-Euro-Kabelheadsets über kabellose Dauerläufer bis hin zu planaren High-End-Konstruktionen, die audiophile Ansprüche bedienen wollen.
Die Übersicht: Fünf Kandidaten von 50 bis über 200 Euro
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Eckdaten führender Modelle zusammen, die unterschiedliche Klassen und Einsatzzwecke repräsentieren. Bei der Latenz ist zu beachten, dass nur für das Audeze Maxwell konkrete Millisekundenmessungen in einem dokumentierten Loopback-Verfahren vorliegen. Bei den übrigen Modellen belegen unabhängige Fachquellen zwar sehr geringe Verzögerungen über ihre 2,4-GHz-Dongles, liefern aber keine untereinander vergleichbaren Millisekundenwerte.
Übersicht der Gaming-Headsets von Budget bis High-End
| Modell | Klasse | Mikrofontyp | Gewicht | Polstermaterial | Latenz und Verbindung | Klartext |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Razer BlackShark V2 X | Budget, etwa 50 Euro | Festes, biegsames HyperClear-Cardioid-Mikrofon | 240 g | Memory Foam an den Ohrmuscheln, Kunstleder am Kopfbügel | 3,5-mm-Kabel, keine Funkstrecke, praktisch verzögerungsfrei | Die klare Budgetwahl für PC und Konsole. Gut, wenn dich ein Kabel nicht stört. |
| SteelSeries Arctis Nova 7 | Mittelklasse, rund 150 Euro | Vollständig einziehbares, bidirektionales Mikrofon mit Geräuschunterdrückung | 325 g | Memory Foam mit AirWeave-Nylonstoff | 2,4 GHz, Bluetooth 5.0 und 3,5 mm; Dongle-Latenz unbeziffert | Stark bei Plattformen und parallelem Handyton. Bass schwankt bei Brille spürbar. |
| HyperX Cloud III Wireless | Mittelklasse bis Wireless, rund 140 Euro | Abnehmbar, stummschaltbar und justierbar | 342 g | Kunstleder | Proprietärer 2,4-GHz-Dongle mit niedriger Latenz, kein Bluetooth oder Klinkenanschluss | Kaufempfehlung für seltene Ladezyklen, weniger für filigrane Equalizer-Korrekturen. |
| Razer BlackShark V2 Pro (2023) | Wireless-Mittelklasse, rund 200 Euro | Abnehmbarer HyperClear Super Wideband Boom | 331 g | Atmungsaktiver Stoffbezug mit Memory Foam | 2,4-GHz-Dongle und Bluetooth 5.2, keine analoge Verbindung | Sehr gutes Gesamtpaket für Discord und PC; warme Ohren und fehlende Xbox-Unterstützung beachten. |
| Audeze Maxwell (Legacy) | High-End, ehemals über 300 Euro | Abnehmbarer hypernierenförmiger Boom mit Shure-Filterung | 490 g | Konturierte Ohrpolster, dichte Umschließung | Dongle: 24,85 ms im Loopback (rund 18 ms Funk), USB: 14,31 ms | Klang- und Ausstattungsreferenz mit starkem Gewichtsnachteil. Kein blindes Komfort-Upgrade. |
Budget bis Mittelklasse: Razer BlackShark V2 X und SteelSeries Arctis Nova 7
Im Preisbereich unter 80 Euro beweist die Untersuchung von Stiftung Warentest, dass solider Klang nicht teuer sein muss. In einem Vergleichstest von zehn kabelgebundenen Headsets zwischen 25 und 70 Euro setzten sich das Razer BlackShark V2 X und das Trust GXT 498 Forta klanglich an die Spitze des Feldes.
Mit einem Gewicht von nur 240 Gramm und weichen Memory-Foam-Polstern sitzt das BlackShark V2 X auch bei Brillenträgern erstaunlich druckfrei. Das feste Cardioid-Mikrofon überträgt Sprache verständlich und filtert seitliche Geräusche brauchbar heraus.
Steigst du in die Klasse zwischen 80 und 150 Euro auf, markiert das SteelSeries Arctis Nova 7 den Sweet-Spot für multimediale Vielseitigkeit.
Tom’s Hardware nennt ein Gewicht von 325 Gramm, hebt den stabilen Stahlbügel mit flexiblem Skibrillen-Spannband hervor und lobt die atmungsaktiven AirWeave-Ohrpolster aus Nylon.
Das Headset punktet vor allem bei den Verbindungsoptionen: Du kannst es über den kompakten USB-C-Dongle via 2,4 GHz am Rechner koppeln und gleichzeitig per Bluetooth 5.0 mit dem Smartphone telefonieren oder Musik hören. RTINGS misst eine kontinuierliche Akkulaufzeit von über 33 Stunden. Das bidirektionale Mikrofon lässt sich bei Nichtgebrauch komplett in der Ohrmuschel versenken.
Wireless-Dauerläufer und Audio-Schwergewicht: Cloud III Wireless und Audeze Maxwell
Wer das ewige Nachladen leid ist, landet unweigerlich beim HyperX Cloud III Wireless. ComputerBase dokumentiert für das 342 Gramm schwere Headset eine vom Hersteller versprochene Funklaufzeit von 120 Stunden, die in der Praxis extrem lange Sessions ohne Kabelkontakt ermöglicht.
Der Rahmen aus Aluminium und Stahl verleiht dem Headset Stabilität, die Kunstlederpolster schirmen Außenlärm zuverlässig ab. Allerdings erkaufst du dir die Akkuleistung mit klanglichen Kompromissen. ComputerBase bemängelt einen durchschnittlichen, teils verwaschenen Klang, ein leicht hörbares Grundrauschen und ein Mikrofon, das Stimmen eher flach abbildet.
Das Razer BlackShark V2 Pro in der überarbeiteten Version von 2023 schlägt klanglich und sprachlich eine ganz andere Richtung ein. Die Stoffpolster bieten hohen Komfort, führen bei langen Sessions aber zu spürbarer Wärmeentwicklung. Zu den klaren Nachteilen gehören der fehlende 3,5-mm-Klinkenanschluss, keine Unterstützung für Xbox-Konsolen und der Umstand, dass Bluetooth und 2,4-GHz-Funk nicht gleichzeitig wiedergegeben werden können.
Am oberen Ende der Fahnenstange steht das Audeze Maxwell, das in audiophilen Kreisen als klangliche Messlatte gilt, bei dem Käufer aber genau hinschauen müssen. Audeze führt das ursprüngliche Maxwell mit seinen massiven 90-Millimeter-Planar-Magnetostaten inzwischen als Legacy-Produkt, weshalb es nicht mehr regulär produziert wird und Restbestände oft mit deutlichen Preisaufschlägen gehandelt werden.
Das abnehmbare Mikrofon nutzt Shure-Hardwarerauschfilterung für glasklare Sprachübertragung, und der Akku hält über 80 Stunden. Doch der audiophile Magnetostat-Aufbau fordert seinen Tribut beim Komfort: Mit stolzen 490 Gramm wiegt das Maxwell mehr als doppelt so viel wie das BlackShark V2 X.
Passform und Polster: Was Brillenträger vor dem Kauf wissen müssen

Tragekomfort ist keine Eigenschaft, die man allein an Gramm-Zahlen auf einer Verpackung ablesen kann. RTINGS stuft Headsets unter 249 Gramm als leicht und Modelle über 340 Gramm als schwer ein. Doch selbst ein ultraleichtes Headset wird zur Qual, wenn der Anpressdruck, also die Kraft, mit der die Muscheln an den Schädel gepresst werden, falsch tariert ist. Ist der Druck zu hoch, schmerzt nach einer Stunde der Kieferwinkel.
Brille auf, Bass weg: Das Dichtungsproblem
Wenn du eine Brille trägst, schiebt sich das Gestell unweigerlich zwischen deinen Schädel und die Polsterauflage des Headsets. Dadurch entstehen winzige Hohlräume vor und hinter den Ohren. Was zunächst nur nach einem kleinen Komfortdetail klingt, hat gravierende Auswirkungen auf das akustische Verhalten geschlossener Kopfhörersysteme.
Geschlossene Ohrmuscheln benötigen eine dichte Luftkammer zwischen Treibermembran und Trommelfell, um den notwendigen Schalldruck für tiefe Frequenzen aufzubauen.
Entweicht diese Luft durch Schlitze am Brillenbügel, fällt der Tieftonbereich rapide ab. Viele Gamer schieben diesen Mangel fälschlicherweise auf schwache Treiber und drehen den Bassregler im Equalizer hoch, was bei höherer Lautstärke lediglich zu Verzerrungen führt. Das Kernproblem ist rein mechanischer Natur.
Kunstleder, Stoff oder Velours

Das Bezugsmaterial deiner Ohrpolster bestimmt maßgeblich, wie flexibel sich das Polster an Brillenbügel anpasst und wie stark deine Ohren bei langen Matches schwitzen. Die Materialien unterscheiden sich im Spielalltag grundlegend:
Polstermaterialien im Vergleich
| Material | Wärme bei langen Sessions | Gefühl mit Brille | Klangliche Nebenwirkung |
|---|---|---|---|
| Kunstleder / Proteinleder | Eher warm, Schweißbildung nach längerer Tragezeit | Weich, aber bei starkem Anpressdruck drücken harte Brillenbügel schmerzhaft auf den Schädel | Bietet die dichteste Abdichtung und maximale Bassausbeute; undichte Brillenkanäle lassen Bass spürbar entweichen |
| Memory Foam mit Kunstleder | Mittel bis warm, passt sich der Kopfform thermisch an | Passt sich Brillenbügeln besser an, benötigt dafür aber ausreichend tiefe Polstermuscheln | Gute passive Geräuschisolierung, Bass bleibt bei sauberem Abschluss stabil |
| Stoff / AirWeave-Mesh | Eher kühl und atmungsaktiv, ideal für warme Räume | Angenehmer an den Schläfen, Bügel graben sich weniger schmerzhaft ein | Schirmt Außenlärm schlechter ab; der Bass wirkt generell etwas schlanker als bei dichtem Kunstleder |
| Velours | Sehr kühl und flauschig, hautfreundlich | Weichste Option für Brillenbügel, minimiert Druckschmerzen fast vollständig | Offenere Struktur lässt Tiefbass entweichen; der Klang gewinnt an Luftigkeit, verliert aber an Wucht |
Kabel gegen Wireless: Wo liegen Latenz und Klangreserven heute?
Die Debatte zwischen kabelgebundenen und kabellosen Gaming-Headsets hat sich in den letzten Jahren fundamental gewandelt. Früher galten Funkheadsets als störanfällig, schwer und mit spürbarer Verzögerung behaftet.
Dongle-Funk gegen Bluetooth: Latenz im Griff
Wenn von kabellosem Gaming die Rede ist, darfst du zwei Funkstandards keinesfalls in einen Topf werfen: Bluetooth und proprietären 2,4-GHz-Funk über einen USB-Dongle. Für kompetitive Titel wie Shooter oder schnelle Actionspiele scheidet herkömmliches Bluetooth als primärer Übertragungskanal schlichtweg aus. Das Standard-Bluetooth-Protokoll weist Verzögerungen von 100 bis über 200 Millisekunden auf. Schießt du im Spiel eine Waffe ab, erreichst du die visuelle Trefferrückmeldung lange bevor der Knall in deinen Ohren ankommt.
Deshalb setzen spieletaugliche Wireless-Modelle ausnahmslos auf dedizierte 2,4-GHz-Funkdongles. Hier wird ein proprietäres Übertragungsprotokoll genutzt, das die Latenz in Bereiche drückt, die für das menschliche Gehirn nicht mehr wahrnehmbar sind. Wie die dokumentierten Messungen von Audeze für das Maxwell belegen, liegt die Latenz über den Funkdongle im Bereich von rund 18 Millisekunden reiner Funkübertragung, was selbst für anspruchsvolle Turnierspieler völlig unproblematisch ist.
Headsets wie das SteelSeries Arctis Nova 7 bieten den Vorteil, dass sie 2,4-GHz-Gaming-Sound und Bluetooth parallel verarbeiten können. Du verpasst keinen Anruf auf dem Smartphone, während der Spielsound verzögerungsfrei über den Dongle läuft. Das Razer BlackShark V2 Pro von 2023 besitzt zwar ebenfalls beide Standards, erlaubt jedoch keine zeitgleiche Wiedergabe.
Bro-TippWenn dein Funkheadset im Auslieferungszustand etwas flach klingt, lade dir kostenlose parametrische Equalizer wie Equalizer APO herunter oder nutze Herstellertools wie SteelSeries Sonar. Mit einer leichten Absenkung der oberen Mitten um 3 bis 4 Kilohertz und einer moderaten Anhebung des echten Tiefbasses unter 80 Hertz holst du oft deutlich mehr Plastizität aus den Treibern heraus als mit jedem Preset.
Kaufberatung nach Spieler-Typ: Welches Headset zu deinem Kopf passt
Ein pauschal perfektes Headset für jedermann existiert nicht. Wer stundenlang im Homeoffice sitzt und klare Konferenzen führen will, stellt völlig andere Anforderungen an Polsterung und Mikrofon als ein E-Sportler, der Schritte in Apex Legends isolieren muss.
Die Profile: Wer was kaufen sollte
Die nachfolgende Matrix ordnet die typischen Anforderungsprofile den passenden Headset-Konstruktionen zu und warnt vor baulichen Stolperfallen:
Kaufentscheidung: Welche Bauart passt zu Kopf, Brille und Games?
| Dein Profil | Sinnvolle Wahl im Vergleich | Darauf achtest du konkret | Eher meiden |
|---|---|---|---|
| Großer oder breiter Kopf, 3+ Stunden am Stück | Leichtes Over-Ear-Headset mit großzügiger Bügelverstellung und breit gepolstertem Kopfband | Als grobe Gewichtseinordnung: unter 249 g gilt als leicht; Sitz nach 30 bis 60 Minuten prüfen, nicht nur direkt beim Aufsetzen | Hoher Anpressdruck nur für einen vermeintlich festeren Sitz |
| Kleiner oder schmaler Kopf | Over-Ear-Modell mit fein rastender Größenverstellung und moderatem Clamp | Beim Kopfschütteln darf es nicht rutschen; die Polster sollen trotzdem gleichmäßig abdichten | Sehr lockere Bügelkonstruktionen, wenn das Headset beim Spielen wandert |
| Brille mit dicken Bügeln | Große Over-Ear-Muscheln mit weichen, tiefen Pads; Stoff oder Velours ist bei Hitze oft angenehmer | Pads müssen Ohr und Brillenbügel vollständig umschließen; danach Bass und Druck an den Schläfen kontrollieren | On-Ear-Headsets und flache Pads, die den Brillenbügel einklemmen |
| Kompetitive Shooter und Voice-Chat | Headset mit brauchbarem Boom-Mikrofon plus EQ-Software wie SteelSeries Sonar oder Logitech G HUB/BLUE VO!CE | Erst Mikrofonpegel, Noise Gate und EQ einstellen; danach Stereo gegen Spatial Audio im eigenen Spiel vergleichen | Surround-Modus blind dauerhaft aktivieren, obwohl Ortung oder Stimmen darunter leiden |
- Greife zum Razer BlackShark V2 X, wenn dein Budget bei maximal 50 Euro liegt, du auf PC oder Konsole spielst und ein extrem leichtes Kabelheadset suchst, das laut Stiftung Warentest klanglich die Konkurrenz seiner Preisklasse distanziert.
- Wähle das SteelSeries Arctis Nova 7, wenn du maximale Flexibilität für PC, Konsole und Smartphone suchst, gerne via Bluetooth nebenbei telefonierst und von den atmungsaktiven AirWeave-Stoffpolstern profitierst.
- Nimm das HyperX Cloud III Wireless, wenn du das Headset beruflich und privat nutzt, Ladepausen hasst und ein stabiles Funkheadset suchst, dessen Akku problemlos zwei Arbeitswochen ohne Steckdose übersteht.
- Investiere in das Razer BlackShark V2 Pro (2023), wenn dein Fokus auf stundenlangen Discord-Sessions und Team-Shootern liegt, du eine natürliche Stimmübertragung ohne separates Tischmikrofon verlangst und auf Kabeloptionen verzichten kannst.
- Sieh dir High-End-Modelle wie die Audeze-Reihe nur dann an, wenn dir audiophiler Musikgenuss über Planar-Treiber wichtiger ist als Leichtbau und du kein Problem damit hast, fast ein halbes Kilo Hardware auf dem Kopf auszubalancieren.
Feinjustierung mit Sonar und G HUB vor dem Neukauf
Häufig landet ein eigentlich solides Headset nur deshalb in der Schublade oder bei den Kleinanzeigen, weil der Klang ab Werk unausgewogen wirkt oder sich Freunde im Discord über störendes Rauschen beschweren. Bevor du Geld für einen Neukauf in die Hand nimmst, solltest du das klangliche Potenzial über Software-Suites ausschöpfen.
WarnungInstalliere niemals mehrere Audio-Suiten wie Sonar, Logitech G HUB und Razer Synapse gleichzeitig mit aktivierten Raumklangtreibern. Die virtuellen Audio-Endpunkte blockieren sich gegenseitig unter Windows, erzeugen zusätzliche Systemlatenzen und führen zu rätselhaften Treiberabstürzen.
Feinjustierung mit Sonar und G HUB vor dem Neukauf
Nutzer kompatibler Headsets greifen alternativ auf Logitech G HUB mit der integrierten Blue VO!CE Suite zurück. Hier stehen Werkzeuge wie Rauschunterdrückung, Noise Gate, Kompressor, De-Esser und Limiter zur Verfügung.
Ein zu scharf zischendes Headset-Mikrofon lässt sich mit einem gezielt eingestellten De-Esser zähmen, während das Noise Gate dafür sorgt, dass dein Mikrofon im Voice-Chat stumm bleibt, solange du nicht sprichst. Häufig trennen dich lediglich zehn Minuten Einstellarbeit in diesen Werkzeugen von einem sauberen Klangbild, das teuren Neuanschaffungen in nichts nachsteht.
TippWenn Klang und Sitz passen, das Mikrofon aber nur okay ist: Erst EQ, Noise Gate und Pegel in Sonar oder G HUB sauber einstellen. Das kostet nichts und bringt oft mehr als der nächste spontane Neukauf.
Fazit
Kauf dein Gaming-Headset nach Kopfform, Brille und Einsatzzweck, nicht nach bunten Raumklang-Logos. Virtueller 7.1-Surround-Sound verwaschene Richtungsvektoren und schadet der Ortung in Shootern mehr, als er nützt. Ein sauber eingestelltes Stereosignal liefert dir immer die verlässlichere akustische Bühne.
Für den schmalen Geldbeutel ist das Razer BlackShark V2 X als kabelgebundenes Leichtgewicht die beste Wahl. Suchst du einen kabellosen Dauerläufer für lange Wochen, nimm das HyperX Cloud III Wireless. Willst du erstklassigen Sprachklang im Discord ohne Tischmikrofon, greif zum Razer BlackShark V2 Pro (2023). Achte als Brillenträger zwingend auf weiche Stoff- oder Velourspolster, damit der Tiefbass nicht an undichten Schläfen verpufft.
Bevor du dein altes Headset voreilig ersetzt: Lade dir kostenlose parametrische Equalizer wie Equalizer APO oder SteelSeries Sonar herunter. Oft genügen zehn Minuten Feinschliff an den Frequenzen und dem Noise Gate, um deiner Stimme und dem Spielsound das nötige Fundament zu verpassen.
Häufige Fragen
Woran merke ich, dass ein Gaming-Headset für meinen Kopf zu eng ist?
Nicht am ersten Eindruck, sondern nach 30 bis 60 Minuten: Druck an Schläfen, Kiefer oder Scheitel ist das Warnsignal. Mehr Bügellänge kann den Druck senken; bleibt er, passt die Bügelspannung oder die Polsterform schlicht nicht zu deinem Kopf.
Warum klingt mein Headset mit Brille plötzlich dünner oder bassärmer?
Brillenbügel können eine kleine Lücke im Ohrpolster erzeugen und damit die Abdichtung verschlechtern. Besonders der Bass reagiert darauf empfindlich; tiefere, weichere Over-Ear-Pads helfen eher als ein aggressiver Bass-EQ.
Sind leichte Headsets automatisch bequemer?
Nein. Unter rund 249 g ist ein Headset zwar grob als leicht einzuordnen, harte Polster oder hoher Anpressdruck können es trotzdem nervig machen. Ein schwereres Modell kann durch gute Druckverteilung angenehmer sitzen.
Brauche ich für Valorant, CS2 oder Warzone unbedingt virtuellen Surround-Sound?
Nein. Erst Stereo sauber einrichten und im eigenen Spiel testen; manche kommen mit der nativen Mischung präziser zurecht. Spatial Audio ist ein Werkzeug, kein automatischer Vorteil, und sollte nur bleiben, wenn Ortung und Klang tatsächlich besser werden.
Kann Software ein mittelmäßiges Headset-Mikrofon retten?
Sie kann es deutlich aufräumen, aber nicht zaubern. Sonar bietet unter anderem EQ, Noise Reduction und Gate, BLUE VO!CE zusätzlich Werkzeuge wie Kompressor, De-Esser und Limiter; eine verrauschte oder dumpfe Mikrofonkapsel wird dadurch nicht zu einem Studiomikrofon.
Quellen
- Razer BlackShark V2 Pro (2023) review: Best gaming headset under $200?
- HyperX Cloud III Wireless Headphones Review
- SteelSeries Arctis Nova 7 Wireless [7, 7P, 7X] Headphones Review
- SteelSeries Arctis Nova 7 Wireless Review: Like the Nova Pro, but Not as Good
- Welches MMX Gaming-Headset passt zu dir? Die MMX-Serie im Vergleich
- 8 Headsets im Vergleichs- + Mikrofontest: 50-Euro-Tipp schlägt die 350-Euro-Oberklasse?
- Maxwell Wireless Gaming Headset
- Razer BlackShark V2 X
- Test my tuning and sound? Game, Chat, Mic and Spatial Audio



