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Razer Joro im Test: Flache Gaming-Tastatur für Rucksack und Handheld

Kurz gesagt: Die Razer Joro ist mit 374 g und unter 17 mm Bauhöhe eine ausgesprochen kompakte Gaming-Tastatur für Notebook und Handheld. In meinem Test überzeugten vor allem der leise Scherenanschlag und die flache Bauweise. Am USB-C-Kabel bietet sie 1.000 Hz Polling-Rate, mit aktueller Firmware unterstützt sie außerdem kompatible HyperSpeed-Empfänger. Der größte Haken bleibt das fehlende deutsche ISO-DE-Layout.

Mechanische Tastaturen im Rucksack nerven oft schon vor dem Auspacken, weil hohe Tastenkappen an Kabeln hängenbleiben und das dicke Gehäuse die Laptoptasche ausbeult.

Die Razer Joro schlägt mit 298 mal 112 mal 16,5 Millimetern und einem Gewicht von 374 Gramm genau in diese Kerbe. Sie verzichtet auf ausladende Rahmen und setzt auf ein extrem flaches 75-Prozent-Format, das selbst in schmalen Fächern problemlos verschwindet.

Mobilität und Gehäuse: Wie reisetauglich ist die Joro wirklich?

Beim Auspacken fiel mir sofort auf, wie angenehm flach und mit wie wenig Eigengewicht die Joro in der Hand liegt. Razer kombiniert hier eine Oberseite aus 5052-Aluminium mit einer Unterseite aus ABS-Kunststoff. Dieser Materialmix sorgt dafür, dass sich das Gehäuse trotz der geringen Bauhöhe erstaunlich verwindungssteif anfühlt.

Trotz des Leichtbaus gibt die Basis beim Tippen kaum spürbar nach. Vier flache Gummifüße an der Unterseite verhindern auf glatten Holztischen oder Schreibtischunterlagen zuverlässig das Verrutschen.

Die Keycaps bestehen aus UV-beschichtetem ABS. Durch ihre flache Bauweise tragen sie im Rucksack kaum auf. Ganz ungeschützt würde ich die Joro trotzdem nicht transportieren. Die filigranen Halterungen der Scherenmechanik können bei seitlicher Belastung beschädigt werden. Eine gepolsterte Hülle ist deshalb sinnvoll, besonders wenn die Tastatur regelmäßig zwischen Ladegeräten und anderem Zubehör landet.

Technische Daten der Razer Joro

MerkmalRazer Joro
FormatKompaktes 75-Prozent-Layout mit F-Tasten und Pfeiltasten
Maße298 × 112 × 16,5 mm
Gewicht374 g
GehäuseOberseite aus 5052-Aluminium, Unterseite aus ABS
SwitchesUltra-Low-Profile-Scissor-Switches
KeycapsUV-beschichtetes ABS
VerbindungBluetooth 5.0, USB-C, kompatible Razer-HyperSpeed-Empfänger
GerätewechselDrei Bluetooth-Profile
Polling-RateBis zu 1.000 Hz über USB-C
BeleuchtungSingle-Zone Razer Chroma RGB
AkkulaufzeitBis zu 1.800 Stunden im Energiesparmodus
SoftwareSynapse 4 für Windows, Synapse für Mac
FunktionenRemapping, Makros, Hypershift, Snap Tap
ProfilspeicherBis zu fünf integrierte Profile
LieferumfangUSB-C-auf-USB-C-Kabel, kein HyperSpeed-Empfänger
LayoutUS-ANSI oder französisches AZERTY, kein ISO-DE

Ergonomie ohne Klappfüße im Alltag

Ein Nachteil zeigte sich in meinem Test recht schnell: Die Joro besitzt keine ausklappbaren Standfüße. Der leichte Aufstellwinkel ist fest vorgegeben und lässt sich nicht anpassen. Wer seine Tastatur normalerweise stärker anwinkelt, muss sich entsprechend umgewöhnen. Bei längeren Schreibsessions fiel mir außerdem der relativ harte Tastenanschlag auf.

Die geringe Dämpfung kann auf Dauer unangenehm werden, besonders wenn du etwas kräftiger tippst. Für kurze Einsätze unterwegs passt das Konzept gut. Als tägliche Haupttastatur würde ich die Joro deshalb nur empfehlen, wenn dir der feste Winkel und das Laptop-Tippgefühl dauerhaft zusagen.

Tippgefühl und Schaltermechanik: Laptop-Feeling am Gaming-Setup

Razer verbaut in der Joro keine mechanischen Schalter mit Feder und Kreuzaufnahme, sondern Scherenmechaniken, wie man sie aus modernen Laptops kennt. Diese Ultra-Low-Profile-Scissor-Switches ermöglichen erst die dünne Bauform von unter 17 Millimetern, verändern das Schreibgefühl im Vergleich zu typischen Gaming-Keyboards aber radikal.

Ultra-Low-Profile Scissor-Switches im Anschlagstest

Die Joro nutzt Scherenmechaniken mit einem Tastenhub von 1,6 mm. In meinem Test gefiel mir besonders der leise, klar definierte Anschlag. Das Schreibgefühl erinnert stark an eine hochwertige Laptop-Tastatur. Die Tasten reagieren direkt und erzeugen deutlich weniger Geräusche als viele mechanische Gaming-Switches.

Der kurze Hub verlangt allerdings etwas Umgewöhnung. Wer von einer mechanischen Tastatur mit längerem Tastenweg kommt, erreicht den relativ harten Endanschlag schneller. Insgesamt bleibt das Tippgefühl für mich angenehm, allerdings ersetzt die Joro keine gut gedämpfte mechanische Tastatur.

Schmutzanfälligkeit und Haltbarkeit der Scherenmechanik

Die flache Scherenmechanik hat einen konstruktionsbedingten Nachteil: Krümel und Fussel können sich unter den Tastenkappen festsetzen. Anders als bei vielen mechanischen Tastaturen lassen sich die Keycaps nicht einfach gefahrlos abziehen. Die filigranen Kunststoffhalterungen können dabei beschädigt werden.

Gaming-Leistung, Software und Features: Synapse im Taschenformat

Eine flache Schreibtastatur wird erst durch ihre Signalverarbeitung und Software zur echten Gaming-Tastatur. Razer spendiert der Joro die Unterstützung für Synapse 4 und bringt Funktionen auf das Gerät, die man sonst fast nur auf ausgewachsenen Schreibtisch-Tastaturen findet.

Kabelmodus und Bluetooth-Latenz

Im Kabelbetrieb reagierte die Joro in meinem Test direkt und zuverlässig. Gerade bei schnellen Shootern würde ich deshalb USB-C gegenüber Bluetooth bevorzugen. Die spezifizierte Polling-Rate beträgt hier 1.000 Hz. Über Bluetooth fiel mir die höhere Eingabeverzögerung auf. Bei Office-Aufgaben, Rollenspielen und im Desktop-Modus eines Handhelds störte mich das kaum.

Für schnelle Richtungswechsel oder zeitkritische Eingaben ist die Kabelverbindung allerdings die angenehmere Lösung. Mit aktueller Firmware unterstützt die Joro außerdem kompatible Razer-HyperSpeed-Empfänger. Einen passenden Dongle legt Razer nicht bei.

Snap Tap, Makros und Tastenbelegung

Die Konfigurationssoftware Razer Synapse steht für Windows und macOS bereit. Mir fielen im Test die vielen Software-Funktionen einer echten Gaming-Tastatur positiv auf, die man in diesem Formfaktor selten sieht. Über Synapse lassen sich sämtliche Tasten frei umbelegen, komplexe Makros aufzeichnen und die Hypershift-Ebene belegen, die bei gedrückter Zusatztaste eine zweite Funktion pro Taste abruft. Die Joro kann bis zu fünf Profile direkt im internen Speicher ablegen.

Snap Tap priorisiert bei zwei gleichzeitig gedrückten, entsprechend konfigurierten Tasten die zuletzt ausgelöste Eingabe. Das erleichtert beispielsweise schnelle Richtungswechsel zwischen A und D, ohne dass du die vorherige Taste erst vollständig loslassen musst.

Allerdings ist die Funktion nicht in jedem Multiplayer-Spiel erlaubt. Auf offiziellen Counter-Strike-2-Servern solltest du Snap Tap deaktivieren, da Valve solche Eingabeautomatisierung untersagt.

Die Chroma-RGB-Beleuchtung beschränkt sich auf eine gemeinsame Zone für das gesamte Tastenfeld. Individuell beleuchtete Einzeltasten bietet die Joro nicht.

Layout-Falle: Warum das ANSI-Format den Kauf entscheiden kann

Der größte Haken der Razer Joro betrifft Nutzer im deutschsprachigen Raum. Razer bietet die Tastatur als US-ANSI-Version mit QWERTY oder als französische AZERTY-Variante an. Ein deutsches ISO-DE-Layout gibt es nicht.

Wer ohnehin US-ANSI verwendet oder sicher blind tippt, kommt damit wesentlich besser zurecht. Fn + Tab wechselt zwischen Windows- und macOS-Tastenlogik, verändert aber weder die physische Anordnung noch die Sprache des Layouts.

Tastenbelegung und Handheld-Setups mit dem Steam Deck

Am Steam Deck oder ROG Ally spielt die Joro ihre kompakte Bauweise aus. Besonders im Desktop-Modus ist eine richtige Tastatur angenehmer als die virtuelle Bildschirmtastatur. Razer führt beide Handhelds ausdrücklich als kompatible Geräte.

Bluetooth reicht für alltägliche Aufgaben und weniger zeitkritische Spiele aus. Für schnelle Shooter würde ich dagegen USB-C oder einen kompatiblen HyperSpeed-Empfänger bevorzugen. Wer unterwegs regelmäßig längere deutsche Texte schreibt, muss weiterhin mit dem US-Layout zurechtkommen.

Akkulaufzeit und Konnektivität: Bluetooth-Profile im mobilen Alltag

Die Joro speichert bis zu drei Bluetooth-Geräte, zwischen denen du über die Profiltasten F1 bis F3 wechseln kannst. Für eine neue Kopplung hältst du die gewünschte Profiltaste drei Sekunden gedrückt, bis die LED schnell blinkt.

Mit aktueller Firmware ist außerdem eine Verbindung über kompatible Razer-HyperSpeed-Multi-Device-Empfänger möglich. Dazu versetzt du die Joro durch gleichzeitiges Gedrückthalten von F1 und F3 in den Dongle-Kopplungsmodus. Einen passenden Empfänger musst du bereits besitzen oder separat beschaffen.

Akkulaufzeit mit und ohne Chroma-RGB

Razer bewirbt die Joro mit bis zu 1.800 Stunden Akkulaufzeit. Dieser Wert gilt allerdings ausschließlich für den Energiesparmodus mit stark eingeschränkten Funktionen. Im normalen Alltag zeigte sich die RGB-Beleuchtung als entscheidender Stromverbraucher.

Mit aktivem Chroma-Licht musste die Tastatur deutlich früher ans Ladegerät. Razer selbst nennt bei eingeschalteter Beleuchtung bis zu 10 Stunden, während ohne RGB bis zu 40 Tage möglich sein sollen. Wer die Joro regelmäßig unterwegs verwendet, sollte die Helligkeit deshalb reduzieren oder RGB vollständig deaktivieren. Die beworbenen 1.800 Stunden gelten ausschließlich für den Energiesparmodus und sind kein geeigneter Richtwert für Gaming mit aktivierter RGB-Beleuchtung und uneingeschränkten Funktionen.

Multi-Device-Pairing an Notebook, Mac und Konsole

Im Alltagstest gefiel mir besonders der unkomplizierte Gerätewechsel. Du kannst beispielsweise ein Profil mit deinem Notebook, eines mit dem Steam Deck und eines mit einem Tablet verbinden. Über die Profiltasten wechselst du anschließend zwischen den gespeicherten Bluetooth-Verbindungen.

Fn + Tab ermöglicht zusätzlich den manuellen Wechsel zwischen Windows- und macOS-Tastenlogik. Läuft Synapse, übernimmt die Software diese Umschaltung automatisch. Die Tastenkombination ist dann nicht verfügbar.

Bluetooth kann in unmittelbarer Nähe zu USB-3-Zubehör und anderen 2,4-GHz-Funkquellen gestört werden. Falls am Handheld Verbindungsprobleme auftreten, solltest du zunächst etwas Abstand zwischen Dock, externen Laufwerken und Funkempfänger schaffen.

Alternativen und Marktvergleich: Welche flache Tastatur passt zu dir?

Razer bietet die Joro im deutschen Shop für 129,99 € an (Stand 28.09.2026). Damit ist sie keine günstige Zweittastatur für gelegentliche Reisen. Du bezahlst vor allem für das geringe Gewicht, die flache Bauweise und die Kombination aus leisem Scherenanschlag und Gaming-Funktionen. Wer hauptsächlich am festen Schreibtisch spielt, findet in dieser Preisklasse auch mechanische Alternativen mit mehr Ausstattung.

Dafür

  • Extrem leicht und reisetauglich mit 374 Gramm bei sehr flachen Abmessungen
  • Praktisches 75-Prozent-Layout mit Funktionstastenreihe und Pfeiltasten
  • Sehr leiser, angenehmer Scissor-Anschlag mit kurzer Reaktionszeit
  • 1.000 Hz im Kabelbetrieb und optionale HyperSpeed-Unterstützung
  • Schneller Wechsel zwischen drei Bluetooth-Geräten per Tastendruck
  • Umfangreiche Software-Anpassung über Synapse inklusive Snap Tap und Makros

Dagegen

  • Kein deutsches ISO-DE- oder QWERTZ-Layout verfügbar
  • HyperSpeed nur mit kompatiblem, separat vorhandenem Empfänger
  • Fester Aufstellwinkel ohne ausklappbare Standfüße
  • Scherenmechanik anfälliger für Krümel und Fussel als mechanische Switches
  • Mit RGB laut Razer nur bis zu 10 Stunden Akkulaufzeit
  • Reines USB-C-Kabel ohne beiliegenden USB-A-Adapter

Low-Profile-Tastaturen im direkten Vergleich

Wer eine flache Tastatur sucht, findet auf dem Markt verschiedene Philosophien: reine Bürotastaturen, mechanische Custom-Boards oder vollwertige Desktop-Gaming-Tastaturen. Die folgende Übersicht ordnet die Razer Joro im Vergleich zu den wichtigsten Mitbewerbern ein.

Flache Gaming-Tastaturen im Vergleich: Mobilität gegen Ausstattung

ModellFormat / SwitchesGewichtVerbindungLayout
Razer Joro75 %, Scissor374 gBluetooth 5.0, USB-C, kompatibler HyperSpeed-EmpfängerUS-ANSI / FR
Asus ROG Falchion RX Low Profile65 %, optisch-mechanisch595 g2,4 GHz, Bluetooth 5.1, USB-CDE verfügbar
Keychron K3 Max ISO-DE75 %, mechanische Low-Profile-Switches525 g2,4 GHz, Bluetooth 5.1, USB-CISO-DE
Logitech G515 Lightspeed TKLTKL, mechanische Low-Profile-Switches880 gLightspeed, Bluetooth, USB-CDE verfügbar

Die passende Wahl für dein Setup

Die Razer Joro passt vor allem dann, wenn du eine möglichst leichte Tastatur für dein Notebook oder Gaming-Handheld suchst und mit US-ANSI zurechtkommst. Ihr leiser Scherenanschlag und die flache Bauweise machen sie zu einem praktischen Reisebegleiter. Für schnelle Spiele steht der Kabelbetrieb mit 1.000 Hz zur Verfügung. Mit kompatiblem HyperSpeed-Empfänger ist auch eine 2,4-GHz-Verbindung möglich.

Benötigst du dagegen ein deutsches QWERTZ-Layout, ist die Keychron K3 Max ISO-DE eine Alternative. Sie bietet mechanische Low-Profile-Switches, drei Verbindungsarten und wiegt laut Hersteller 525 g. Dafür trägt sie im Rucksack stärker auf.

Die ASUS ROG Falchion RX Low Profile bietet ebenfalls eine deutsche Layoutvariante und bringt ihren 2,4-GHz-Empfänger direkt mit. Mit 595 g ist sie allerdings deutlich schwerer als die Joro.

Fazit

Die Razer Joro überzeugt in meinem Test vor allem durch ihr geringes Gewicht, die flache Bauweise und den angenehm leisen Scherenanschlag. Dank Synapse, 1.000 Hz im Kabelbetrieb und nachgerüsteter HyperSpeed-Unterstützung bietet sie deutlich mehr Gaming-Funktionen als eine gewöhnliche mobile Schreibtastatur.

Der feste Aufstellwinkel und die kurze Akkulaufzeit mit RGB bleiben Nachteile. Entscheidend ist aber das Layout: Wer mit US-ANSI zurechtkommt und eine kompakte Tastatur für Notebook oder Handheld sucht, bekommt ein durchdachtes Reise-Keyboard. Für deutsche Vielschreiber, die auf QWERTZ-Beschriftung angewiesen sind, ist die Keychron K3 Max ISO-DE die passendere Alternative. Wir vergeben daher in unserem Test eine Wertung von 4 von 5 möglichen Sternen.

Häufige Fragen

Hat die Razer Joro ein deutsches QWERTZ-Layout?

Nein. Razer bietet die Joro derzeit als US-ANSI- und französische AZERTY-Variante an. Eine deutsche ISO-DE-Version gibt es nicht. Umlaute lassen sich mit entsprechend eingestelltem Betriebssystem weiterhin eingeben, allerdings stimmen viele aufgedruckte Sonderzeichen nicht mehr mit der tatsächlichen Tastenbelegung überein.

Kann ich die Razer Joro am Steam Deck verwenden?

Ja. Die Joro lässt sich über Bluetooth mit dem Steam Deck verbinden. Alternativ kannst du sie über USB-C an einem geeigneten Dock verwenden. Besonders im Desktop-Modus ist die kompakte Tastatur praktisch, wenn du längere Texte eingeben oder den Handheld wie einen kleinen PC bedienen möchtest.

Unterstützt die Razer Joro 2,4-GHz-Funk?

Ja. Mit aktueller Firmware unterstützt die Joro kompatible Razer-HyperSpeed-Multi-Device-Empfänger. Einen eigenen Dongle legt Razer allerdings nicht bei. Ohne passenden Empfänger stehen Bluetooth und USB-C zur Verfügung.

Avatar von Viktor
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