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M.2-SSD-Gaming-Vergleich: Worauf es bei PCIe, DRAM und Formfaktor wirklich ankommt

Kurz gesagt: Kauf für deinen Gaming-PC eine PCIe-4.0-SSD mit 2 TB und TLC-Speicher statt teurer PCIe-5.0-Werbeversprechen. Beim Zocken zählen Zugriffszeiten statt sequenzieller Gigabyte-Rekorde: Selbst DirectStorage läuft auf PCIe 4.0 praktisch genauso schnell wie auf Gen 5. Ein DRAM-loser Speicher mit HMB reicht fürs reine Gaming völlig aus, solange du die Schutzfolie vom Mainboard-Kühler abziehst.

In einem Test mit elf Spielen ermittelte Tom’s Hardware, wie stark unterschiedliche SSD-Generationen beim Gaming tatsächlich ausgelastet werden. In Starfield lag die durchschnittliche Datenrate bei 1440p nahezu gleichauf: 19 MB/s auf SATA und PCIe 3.0, 18 MB/s auf PCIe 4.0 und 19 MB/s auf PCIe 5.0.

Dabei handelt es sich um die durchschnittliche Datenübertragung während des Spielbetriebs, nicht um die maximale Leistung der Laufwerke. Trotzdem zeigen die Werte, weshalb beworbene 14.000 MB/s nicht automatisch kürzere Ladezeiten oder höhere FPS bedeuten.

Gaming-Ladezeiten und PCIe-Generationen: PCIe 4.0 gegen 5.0

Die hohen Geschwindigkeitsangaben auf SSD-Verpackungen beziehen sich auf sequenzielle Übertragungen unter bestimmten Testbedingungen. Dabei werden größere zusammenhängende Datenmengen gelesen oder geschrieben.

Spiele greifen dagegen auf unterschiedlich große Datenblöcke zu. Je nach Engine spielen zufällige Lesezugriffe, die Verarbeitung durch die CPU, das Entpacken von Spieldaten und bereits zwischengespeicherte Inhalte eine Rolle.

Deshalb lässt sich die Ladezeit nicht direkt aus der maximalen Transferrate ableiten. Eine PCIe-5.0-SSD kann bei großen Dateiübertragungen deutlich schneller sein, ohne dass du denselben Vorsprung beim Spielstart bemerkst.

Kurz gesagtFür einen reinen Gaming-PC ist eine gute PCIe-4.0-NVMe-SSD mit 2 TB meist die sinnvollere Anschaffung als ein kleineres PCIe-5.0-Modell. Der Geschwindigkeitsvorteil von Gen 5 fällt beim Spielen häufig gering aus. Bei großen Dateiübertragungen kann die höhere Bandbreite dagegen nützlich sein.

PCIe 4.0 oder PCIe 5.0: Die Empfehlungs-Matrix

Für reine Gaming-PCs bringt PCIe 5.0 gegenüber einer guten PCIe-4.0-SSD häufig keinen spürbaren Vorteil bei den Ladezeiten. Bei begrenztem Budget lohnt es sich deshalb, zunächst ausreichend Speicherkapazität einzuplanen.

Die höhere Bandbreite von PCIe 5.0 wird vor allem dann interessant, wenn du regelmäßig große Datenmengen überträgst oder die SSD zusätzlich für anspruchsvolle Arbeitsaufgaben nutzt.

SituationSinnvollere WahlEntscheidender Grund
Neuer Gaming-PC mit begrenztem BudgetPCIe 4.0 mit 2 TBMehr Platz für Spiele statt kaum genutzter Spitzenbandbreite
Mainboard unterstützt maximal PCIe 4.0PCIe 4.0Gen 5 wird durch den Steckplatz begrenzt
Gaming und regelmäßige große DateiübertragungenPCIe 5.0 prüfenHöhere Bandbreite kann bei passenden Workloads Zeit sparen

DirectStorage in der Praxis: Wann NVMe wirklich liefert

DirectStorage soll Spiele beim Laden und Streamen von Daten entlasten. Die Schnittstelle ermöglicht effizientere Speicherzugriffe und unterstützt die Dekompression von Spieldaten über die Grafikkarte, sofern das Spiel diese Funktion nutzt.

Eine PCIe-5.0-SSD ist dafür nicht erforderlich. Entscheidend ist zunächst eine kompatible NVMe-SSD.

Wie groß der Vorteil ausfällt, hängt vom jeweiligen Spiel ab. Im Vergleich konnte Spider-Man 2 besonders deutlich von PCIe-Speicher gegenüber SATA profitieren. Zwischen PCIe 3.0, 4.0 und 5.0 fielen die Unterschiede dagegen wesentlich kleiner aus.

DirectStorage ist deshalb kein ausreichender Grund, allein für Gaming den Aufpreis einer PCIe-5.0-SSD zu bezahlen.

M.2-Formfaktoren: Welche SSD passt in PC, Laptop oder Handheld?

FormfaktorAbmessungenTypischer Einsatz
M.2 223022 × 30 mmKompakte Handhelds, etwa Steam Deck
M.2 224222 × 42 mmKompakte Notebooks und Mini-PCs
M.2 226022 × 60 mmGeräte mit entsprechendem M.2-Steckplatz
M.2 228022 × 80 mmViele Desktop-PCs und Notebooks
M.2 2211022 × 110 mmGeräte mit Unterstützung für besonders lange Module

Die vier- oder fünfstellige M.2-Bezeichnung beschreibt die Abmessungen der Steckkarte. Bei M.2 2280 steht die 22 für 22 mm Breite und die 80 für 80 mm Länge.

Welche Baugröße du verwenden kannst, hängt vom Gerät und den Befestigungspunkten des Steckplatzes ab.

Die Baugröße sagt nichts darüber aus, ob eine SSD über SATA oder PCIe/NVMe arbeitet. Ein mechanisch passendes Modul muss deshalb nicht automatisch mit dem Steckplatz kompatibel sein.

Prüfe vor dem Kauf das Gerätehandbuch. Besonders bei Notebooks und Handhelds zählen zusätzlich die Bauhöhe und die Frage, ob eine SSD einseitig oder beidseitig mit Speicherchips bestückt ist.

Bro-Tipp:Beim Steam Deck benötigst du eine einseitig bestückte M.2-2230-SSD. Eine gewöhnliche 2280-SSD passt nicht in den vorgesehenen Steckplatz. Prüfe bei anderen Gaming-Handhelds die konkrete Baugröße und Bauhöhe im Gerätehandbuch.

DRAM-Cache oder HMB: Braucht eine Gaming-SSD eigenen Speicher?

Ein hartnäckiger Mythos besagt, dass eine SSD ohne eigenen Arbeitsspeicher für Gaming unbrauchbar sei. Dieser Grundsatz stammt aus der Ära älterer SATA-Laufwerke. Bei modernen NVMe-SSDs hat sich die Technik grundlegend gewandelt.

Wie dedizierter DRAM und Host Memory Buffer arbeiten

Eine SSD benötigt eine interne Zuordnungstabelle, um logische Speicheradressen den tatsächlichen Speicherzellen zuzuordnen. Bei Modellen mit eigenem DRAM lassen sich häufig benötigte Informationen dieser Tabelle direkt im schnellen Zwischenspeicher vorhalten.

DRAM-lose NVMe-SSDs können stattdessen den Host Memory Buffer, kurz HMB, nutzen. Dabei stellt der PC einen kleinen Teil seines Arbeitsspeichers für die SSD bereit. So kann das Laufwerk wichtige Verwaltungsdaten zwischenspeichern, ohne einen eigenen DRAM-Chip zu besitzen.

Bei gewöhnlichen Spiel- und Systemaufgaben können gute HMB-SSDs eine hohe Leistung erreichen. Eigener DRAM kann sich dagegen bei bestimmten intensiven Zugriffsmustern und großen Dateioperationen auszahlen.

Entscheidend bleibt die konkrete SSD. Eine schnelle DRAM-lose TLC-SSD kann im Alltag durchaus mit teureren Modellen konkurrieren.

TLC gegen QLC: Was steckt unter dem Heatspreader?

Neben dem Controller und dem Cache-Konzept beeinflusst der verwendete NAND-Speicher die Schreibgeschwindigkeit und Haltbarkeit einer SSD. Besonders verbreitet sind TLC mit drei und QLC mit vier Bits pro Speicherzelle.

KriteriumTLC-NANDQLC-NAND
Bits pro Zelle34
Preis pro GBHäufig höherHäufig günstiger
Anhaltende SchreibleistungMeist im VorteilKann nach vollem SLC-Cache stärker einbrechen
SchreibausdauerTendenziell höherTendenziell niedriger
Gaming-EinsatzSystemlaufwerk und SpielebibliothekGroße Spielebibliothek bei passendem Preis

Bro-TippLiegen zwei vergleichbare SSDs preislich nah beieinander, ist TLC für ein vielseitig genutztes Systemlaufwerk eine sinnvolle Wahl. Eine günstigere QLC-SSD kann dagegen für eine große Spielebibliothek ausreichen. Vergleiche neben dem NAND-Typ auch die TBW-Angabe und die Leistung bei längeren Schreibvorgängen.

KÜHLUNG: Wann eine M.2-SSD drosselt

Beim normalen Gaming wird eine SSD häufig nur kurzzeitig stärker belastet. Längere Schreibvorgänge, große Installationen und das Verschieben umfangreicher Spielebibliotheken können Controller und NAND-Speicher dagegen stärker erwärmen.

Wird eine SSD zu heiß, kann sie ihre Leistung zum Schutz der Hardware reduzieren. Dieser Vorgang heißt Thermal Throttling.

Wie viel Kühlung nötig ist, hängt vom Laufwerk und seiner Einbauposition ab. Gerade leistungsstarke PCIe-5.0-Modelle können unter Dauerlast mehr Wärme erzeugen. Neuere Controller arbeiten teilweise effizienter, wodurch sich der Kühlbedarf reduziert.

Für einen Gaming-PC ist ein vorhandener Mainboard-Kühlkörper häufig eine praktische Lösung. Prüfe beim Einbau, ob das Wärmeleitpad korrekt aufliegt und ob ein bereits montierter SSD-Kühlkörper mit dem Mainboard-Kühler kompatibel ist.

KAUFBERATUNG: Welche SSD lohnt sich für welchen Einsatz?

Reiner Gaming-PC: PCIe 4.0 mit TLC und HMB

Für einen Gaming-PC ist eine moderne PCIe-4.0-SSD mit TLC-Speicher und HMB eine sinnvolle Wahl. Ein Beispiel ist die WD Black SN7100, die ohne eigenen DRAM auskommt und dennoch eine hohe Alltagsleistung bietet.

Wenn du viele Spiele parallel installiert haben möchtest, würde ich eher zur 2-TB-Variante greifen, statt das Budget in eine kleinere PCIe-5.0-SSD zu investieren.

Gaming und produktive Nutzung: Leistungsstarke PCIe-4.0-SSD

Bearbeitest du regelmäßig große Videodateien, verschiebst umfangreiche Datenmengen oder nutzt die SSD für anspruchsvollere Arbeitsaufgaben, können Modelle mit dediziertem DRAM interessant sein.

Dazu gehören die WD Black SN850X und die Kingston KC3000. Beide kombinieren TLC-NAND mit eigenem DRAM-Cache. Bei langen Schreibvorgängen und hohem Füllstand unterscheiden sich die Modelle jedoch weiterhin in ihrer Leistung.

PCIe 5.0: Für hohe Transferraten und passende Workloads

Modelle wie die SK Hynix Platinum P51, WD Black SN8100 und Crucial T710 bieten deutlich höhere sequenzielle Transferraten als typische PCIe-4.0-Laufwerke.

Davon profitierst du vor allem, wenn du regelmäßig große Datenmengen bewegst und die übrige Hardware mitspielt. Für reine Spielstarts und Ladezeiten ist der Aufpreis häufig nicht gerechtfertigt.

Achte bei der Auswahl auf eine passende Kühlung und darauf, ob dein Mainboard die volle PCIe-5.0-Anbindung unterstützt.

Sonderfall PlayStation 5: Worauf Konsolenspieler achten müssen

Soll die neue M.2-SSD nicht in den Gaming-PC, sondern in den Erweiterungsschacht einer PlayStation 5 wandern, gelten feste Vorgaben von Sony, die sich deutlich von den PC-Anforderungen unterscheiden.

  1. Nur M.2-NVMe mit PCIe Gen4 x4 und M-Key kaufen; M.2-SATA funktioniert nicht.
  2. Kapazität muss zwischen 250 GB und 8 TB liegen.
  3. 2230, 2242, 2260, 2280 und 22110 sind als Längen zulässig.
  4. Mindestens 5.500 MB/s sequenzielles Lesen wird empfohlen.
  5. Kühlkörper oder andere wirksame Wärmeableitung einplanen und die maximale Bauhöhe beachten.

Kauf-CheckDie PS5 unterstützt keinen Host Memory Buffer. Bei DRAM-losen SSDs, die auf HMB zurückgreifen, kann die Leistung deshalb niedriger ausfallen als am Windows-PC. Eine SSD mit eigenem DRAM ist für die Konsole eine sinnvolle Option, aber keine zwingende Voraussetzung.

Fazit

Für einen reinen Gaming-PC ist PCIe 4.0 weiterhin eine sinnvolle Wahl. Die höhere Bandbreite von PCIe 5.0 bringt bei Spielstarts und Ladezeiten häufig nur geringe Vorteile, während größere Dateiübertragungen durchaus profitieren können.

Mit einer guten TLC-SSD und 2 TB Kapazität bist du für eine umfangreiche Spielebibliothek gut aufgestellt. Eigener DRAM ist dabei keine Pflicht: Moderne HMB-Laufwerke können auch als System- und Spielelaufwerk überzeugen.

Für produktive Workloads lohnt sich dagegen ein genauer Blick auf die Schreibleistung unter Dauerlast. Bei PS5 und Gaming-Handhelds kommen zusätzlich die jeweiligen Anforderungen an Baugröße, Kühlung und Kompatibilität hinzu.

Prüfe vor dem Kauf deshalb zuerst deinen M.2-Steckplatz und den vorhandenen Platz für die SSD. Die maximal beworbene Transferrate sollte erst danach entscheiden.

Avatar von Ilja
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